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Werkseitig PA-versiegelte Linoleumbeläge

Linoleum war der erste elastische, in Bahnen hergestellte Bodenbelag, der zwar zwischenzeitlich in seinem Verbreitungsgrad durch PVC und Gummi etwas zurückgedrängt wurde, heute jedoch aufgrund seines Aufbaus auf natürlichen Rohstoffen (oxydiertes bzw. polymerisiertes Leinöl, Harze, Kork- oder Holzmehl, anorganische Füllstoffe und Farbpigmente), wieder stark an Bedeutung gewonnen hat. In heißem Zustand wird die Linoleummasse auf Jutegewebe gepreßt, abgekühlt und solange getrocknet (Reifungsprozeß) bis die gewünschte Festigkeit erzielt ist. Als Trägermaterial kann auch Korkment (gebundene Korkschrotmasse) oder Filzpappe eingesetzt werden.

EIGENSCHAFTEN: Linoleumbeläge sind unifarbig, in fein- oder grobstreifiger Musterung oder mit marmorartiger Oberflächenstruktur herstellbar. Da Linoleumbeläge eine feuchtigkeitsregulierende Wirkung haben, spricht man ihnen einen antistatischen Effekt zu. Linoleumbeläge sind unempfindlich gegen Reibungshitze (keine "Einbrenner" im Sporthallenbereich) und weitgehend beständig gegen Lösemittel und Säuren. Gegen Alkalien liegt dagegen nur eine bedingte Beständigkeit vor.

ZU BEACHTEN: Aufsteigende oder eingeschlossene Feuchtigkeit im Untergrund kann zur Zerstörung (Jutegewebe löst sich von der Linoleummasse) sowie zum Aufbeulen und zur Blasenbildung führen.

Auf Linoleum sollten nur dafür geeignete Grundreiniger eingesetzt werden. Zu stark alkalische Grundreiniger führen zu einer gelbbraunen Verfärbung (Verseifungsreaktion), die unmittelbar nach dem Auftreten durch die Aufbringung von Säure bzw. sauren Reinigern wieder egalisiert werden kann (u. U. geringfügig hellere Oberfläche). Wartet man allerdings 24-48 Stunden bevor diese "Neutralisationsmaßnahme" angewandt wird, ist die Verfärbung als irreversibel zu bezeichnen.

Padscheiben mit relativ abrasiver Wirkung (schwarz, dunkelbraun) können Linoleumbeläge aufrauhen (Kork- und Holzmehl liegt im freien Zustand vor), was zu einer verstärkten Saugfähigkeit und zur stärkeren Chemikalienempfindlichkeit (insbesondere gegen alkalische Mittel) führt.

Reinigung und Pflege:

a) GRUND- UND BAUFEINREINIGUNG
Heute werden die meisten Linoleumbeläge werkseitig mit einer Schutzschicht (Acrylat-Film) versehen, um den Bodenbelag während der Bauphase vor Verschmutzungen zu schützen. Ist nach Bauschluß die Verschmutzung gering und soll der Belag anschließend ohne Einpflege genutzt werden, so genügt eine Reinigung mit Allzweckreinigern (z.B. AZ-70) im Naßwischverfahren oder mit Scheuersaugmaschinen. Da jedoch zur Werterhaltung und leichteren Durchführung der Unterhaltsreinigung in den meisten Fällen eine Einpflege mit Polymerdispersionen vorgesehen ist, muß eine gründliche maschinelle Reinigung mit Schrubbürste oder blauer Padscheibe und einem speziell für Linoleum geeigneten Grundreiniger (z.B. LINAX PLUS) vorgenommen werden. Auf gründliches Nachwischen mit viel Wasser zur Beseitigung der Alkalität ist unbedingt zu achten.

b) EINPFLEGE
Bevor eine Einpflege der grundgereinigten Linoleumbeläge mit geeigneten Polymerdispersionen (z.B. B-250 ) vorgenommen werden kann, ist daran zu denken, daß Linoleum eine hohe Feuchtigkeitsaufnahme besitzt und eine dementsprechend lange Trockenzeit benötigt. Bleibt dies unberücksichtigt, kann es zu einem späteren zu schnellen Abtrag des Pflegefilms oder zu "Abpuder-Effekten" kommen. Letzteres tritt vorrangig auch dann auf, wenn Linoleumbeläge zuvor mit Lösemittelwachsen oder auch Schmierseifen behandelt wurden. Derart behandelte Linoleumbeläge wieder in einen mit Polymerdispersion zu pflegenden Zustand zu versetzen ist sehr schwierig und überaus arbeitsaufwendig (abwechselnder Einsatz von Lösemittel- und alkalischen Grundreinigern notwendig).

c) UNTERHALTSREINIGUNG
Die Unterhaltsreinigung kann je nach Objektgegebenheit im Feuchtwisch-, Naßwisch- oder Cleanerverfahren vorgenommen werden. Für die Anwendung des Feuchtwischverfahrens ist immer das Vorliegen einer strapazierfähigen Beschichtung (z.B. B-250) vorauszusetzen. Das Naßwisch- und Cleanerverfahren kann dagegen auf eingepflegten, als auch auf nicht eingepflegten Linoleumbelägen durchgeführt werden. Auf nicht eingepflegten (nicht beschichteten) Belägen empfiehlt sich vorrangig der Einsatz von Wischpflegemitteln (z.B. TAWIP, POSA oder bei Verwendung eines Reinigungsautomaten, INNOMAT). Auf eingepflegten (beschichteten) Belägen können sowohl Alkoholreiniger (z.B. SR-13, DIFOTAN), Neutral- oder spezielle Fußbodenreiniger (z.B. NEUTRALREINIGER) als auch Wischpflegemittel (z.B. TAWIP) eingesetzt werden. Zur Beseitigung von z.B. schwarzen Absatzstrichen, sowohl auf eingepflegten als auch nicht eingepflegten Belägen, ist das Cleanerverfahren (hauchdünnes Aufsprühen des Cleanerproduktes und sofortiges maschinelles Verarbeiten mit einer Einscheibenmaschine plus Polier-Pad) mit Lösemittelcleanern (z.B. CLEANER R) aber auch Emulsionscleanern (z.B. EC-99 auf eingepflegtem Belag) das ideale Arbeitsverfahren.

Achtung: Eine besondere Variante der Linoleum-Beläge ist das Kork-Linoleum. Hier ist der Linoleummasse grob gemahlener Kork beigemengt, was zu einer besseren Elastizität und Federung führt. Die Oberfläche ist zudem meist rauher als bei Linoleum. Kork-Linoleum findet man meist in Turnhallen und Krankenhäusern verlegt. Aufgrund der Elastizität, Federung und Oberflächenbeschaffenheit ist die Aufbringung "harter" Polymerdispersionen unangebracht. Wenn überhaupt, sollten nur "weichere" Wachs- und Kunststoffdispersionen (z.B. B-250) zur Einpflege benutzt werden.


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